Musik am Messestand: GEMA, Lautstärke und was erlaubt ist.

Musik am Stand ist erlaubt, wenn sie bei der GEMA angemeldet ist und unter der Lautstärkegrenze der Messe bleibt. Hier stehen die Zahlen für 2026 und wer was anmelden muss.

Raphael Nuevo · aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Musik am Messestand muss bei der GEMA angemeldet werden, auch eine Playlist.
  • Anmelden muss der Aussteller, nicht die Messe.
  • Tagsüber gilt auf fast allen großen Geländen eine Grenze von 70 dB(A) an der Standgrenze.
  • Eine Standparty ist bei der GEMA ein eigener Posten und bei der Messe meist genehmigungspflichtig.

Wer anmeldet

Die GEMA sagt es klar: Wer den Messestand betreibt, meldet die Musik an. Das geht online im Kundenportal der GEMA oder über den Außendienst. Die Messegesellschaften übernehmen das nicht. Sie verpflichten sich in ihrem Vertrag mit der GEMA nur dazu, Aussteller auf die Anmeldung hinzuweisen, ausdrücklich auch für Standpartys.

Wenn ich an deinem Stand spiele, kläre ich vorher mit dir, wer die Anmeldung macht. Die GEMA-Gebühr ist kein Teil meines Honorars.

Die drei Tagestickets

Für Messen bietet die GEMA Tagestickets an:

TicketWas es abdeckt
AudioMusik am Stand
Audio + VideoMusik und Videoübertragung, abhängig von der Fläche
All inclusiveMusik, Video und Standparty, abhängig von der Fläche

Die Preise der Tickets zeigt die GEMA in ihrem Tarifrechner. Wichtig: Als Fläche zählt nicht nur dein Stand, sondern der ganze Bereich, in dem deine Musik zu hören ist. Ein Konzert mit Live-Musikern meldest du separat an.

Was es kostet

Die Tarifübersicht der GEMA für Messen nennt für 2026 (netto, gültig bis 31.12.2026):

NutzungPreis netto
Hintergrundmusik von Tonträgern oder MP326,76 € je Stand und Tag
Video am Monitor bis 42 Zoll47,25 € je Monitor und Tag
Standparty bis 100 m², freier Eintritt30,40 € je Veranstaltung
Standparty bis 500 m², freier Eintritt152,00 € je Veranstaltung
Standparty bis 1.000 m², freier Eintritt304,00 € je Veranstaltung

Bei Musik von Tonträgern, also auch bei einem DJ, kommen bei Standpartys 20 % für die GVL dazu. Und ein Detail, das viele nicht kennen: Bei geladenen Gästen ohne Eintritt teilt die GEMA die Kosten für die Musik, ausdrücklich auch das Honorar des DJs, durch die Zahl der Gäste. Das Ergebnis gilt als fiktives Eintrittsgeld und bestimmt die Tarifstufe. Den genauen Betrag für deinen Stand berechnet der Tarifrechner der GEMA.

Wie laut es werden darf

Die Grenze setzt die Messe, nicht die GEMA. Tagsüber gilt auf fast allen großen Geländen höchstens 70 dB(A) an der Standgrenze. Das ist so laut, dass man die Musik im Gang hört, und so leise, dass am Nachbarstand weiter beraten wird. Bei Verstößen können die Messen den Stand stilllegen oder den Strom abschalten.

GeländeTagsüberStandparty
Frankfurt70 dB(A)18 bis 22 Uhr, Verlängerung bis 24 Uhr
Köln70 dB80 dB(A), bis 24 Uhr
Düsseldorf70 dB(A)bis 22 Uhr, nicht am letzten Tag
München70 dB(A)18 bis 22 Uhr, bis 85 dB (Formular 2023)
Hannover70 dB(A)ab Messeende, Ende je nach Messe
Nürnberg70 dB(A)85 dB(A) an der lautesten Stelle für Gäste
Stuttgartkein fester Wertnur mit Sondergenehmigung

Alle Gelände mit Quellen stehen auf der Seite Messestädte. Die Lautsprecher sollten immer in den Stand zeigen, in Köln und Hannover ist das Vorschrift.

Was du vor der Messe erledigen solltest

  1. Musik bei der GEMA anmelden, für jeden Messetag. Für eine Standparty das passende Ticket wählen.
  2. Live-Musik separat anmelden.
  3. Standparty bei der Messe anmelden, Fristen beachten. In Frankfurt kostet eine Anmeldung unter 22 Tagen vorher 25 % Zuschlag.
  4. Akustische Vorführungen oder eine Bühne bei der Messe freigeben lassen, wo das verlangt wird.

Wenn ich an deinem Stand spiele, gehe ich diese Liste im Briefing mit dir durch. Die Lautstärke halte ich während des Einsatzes im Rahmen der Vorgaben.

Kurz beantwortet.

Muss Musik am Messestand bei der GEMA angemeldet werden?

Ja. Musik am Messestand ist öffentliche Wiedergabe und braucht eine Erlaubnis der GEMA. Das verlangen auch die Technischen Richtlinien aller großen Messegelände. Ohne Anmeldung drohen Schadenersatzforderungen.

Wer meldet die Musik bei der GEMA an, die Messe oder der Aussteller?

Der Aussteller, der den Stand betreibt. Die Messegesellschaften übernehmen das nicht, sie halten Aussteller nur dazu an. Die Anmeldung geht online im Kundenportal der GEMA oder über den GEMA-Außendienst.

Was kostet die GEMA am Messestand?

Für Hintergrundmusik von Tonträgern oder MP3 nennt die GEMA-Tarifübersicht 2026 26,76 € netto je Stand und Tag. Eine Standparty wird nach Fläche berechnet, zum Beispiel 30,40 € bis 100 m² bei freiem Eintritt, bei Musik vom DJ zuzüglich 20 % GVL. Bei geladenen Gästen zählen auch die Kosten für Musik und DJ mit.

Wie laut darf Musik am Messestand sein?

Auf fast allen großen Geländen höchstens 70 dB(A) an der Standgrenze, zum Beispiel in Frankfurt, Köln, Düsseldorf, München, Hannover, Berlin, Nürnberg, Hamburg und Essen. Für Standpartys gelten teils höhere Werte, in Köln 80 dB(A).

Reicht ein Spotify-Account für Musik am Stand?

Nein. Streaming-Abos für Privatkunden sind nicht für die öffentliche Wiedergabe gedacht, und die GEMA-Anmeldung ersetzen sie auch nicht.

Was soll an deinem Stand passieren?

Schreib mir Messe, Datum und Format. Ich lese jede Anfrage selbst und schicke dir schnellstmöglich dein Angebot als eigene Seite.

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